MVV übernimmt Bioabfallvergärungsanlage

Die Anlage in Dresden ist für MVV die erste Biogasanlage, in der Bioabfälle zur Vergärung eingesetzt werden. (Foto: MVV)
Die Anlage in Dresden ist für MVV die erste Biogasanlage, in der Bioabfälle zur Vergärung eingesetzt werden. (Foto: MVV)
27.04.2018

Das Mannheimer Energieunternehmen MVV übernimmt eine Bioabfallvergärungsanlage des zur Eggersmann Gruppe gehörenden Entsorgungsfachbetriebs Kompotec in Dresden-Klotzsche. Die Eggersmann Gruppe, ein in Marienfeld (Ostwestfalen-Lippe) ansässiger Spezialist für Bauwesen und Recyclingtechnologie, hat die Anlage 2017 in Betrieb genommen und erfolgreich betrieben.

Mit einer Kapazität von 31.000 Tonnen pro Jahr werden in der Anlage in der Nähe des Dresdner Flughafens aus den Bioabfallmengen aus der sächsischen Landeshauptstadt sowie dem benachbarten Zweckverband Abfallwirtschaft Oberes Elbtal Biogas gewonnen, das in zwei Blockheizkraftwerken für die Stromproduktion genutzt wird. Zum Kaufpreis haben die beiden Unternehmen Stillschweigen vereinbart.

Für MVV ist es die erste Biogasanlage, in der Bioabfälle zur Vergärung eingesetzt werden. In den vier bestehenden Anlagen der MVV in Sachsen-Anhalt kommen Substrate aus der Landwirtschaft zum Einsatz. „Die Vergärung von Bioabfällen bietet enormes Potenzial für ihre energetische Nutzung und ergänzt damit die anschließende Kompostierung um einen weiteren Baustein einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft“, betont MVV-Technikvorstand Hansjörg Roll. „Damit wird auf der einen Seite die Abgabe der Treibhausgase Methan und CO2 an die Umwelt verringert und auf der anderen Seite ein Ersatz für fossiles Erdgas gewonnen.“ MVV arbeitet daher bundesweit an weiteren Bioabfallvergärungsprojekten, aktuell in Bernburg/Saale in Sachsen-Anhalt.

MVV übernimmt die fünfköpfige Betriebsmannschaft der Anlage. Gleichzeitig prüft das Mannheimer Unternehmen die Erweiterung der Dresdener Anlage. In einem zweiten Bauabschnitt könnte die aktuelle Kapazität der Anlage von 31.000 auf 46.500 Tonnen/a erweitert werden. Außerdem ist eine Biogasaufbereitungsanlage geplant, um das gewonnene Biogas künftig zu Biomethan weiterzuverarbeiten und in das Gasnetz einzuspeisen.

Jens-Peter Meyer / MVV