Mitarbeiter der FH Münster erstellt „Biogasbenchmark Münsterland“

Die Wissenschaftler der FH Münster sammeln ihre Daten direkt vor Ort. (Foto: FH Münster)
Die Wissenschaftler der FH Münster sammeln ihre Daten direkt vor Ort. (Foto: FH Münster)
06.06.2017

Die mit dem EEG 2017 verbundenen Änderungen können Biogasanlagen an die Grenze der Wirtschaftlichkeit beziehungsweise in den Bereich der Unwirtschaftlichkeit bringen. Um Betreibern Orientierung und positive Beispiele zu liefern arbeitet Daniel Raben von der FH Münster aktuell an einer Erhebung über die Anlagen des Münsterlands. Die Teilnahme an der Erhebung ist freiwillig, aber zahlt sich aus.

„Anlagenbetreiber müssen sich langfristig für die Zukunft rüsten“, erklärt Daniel Raben, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Fachbereich Energie - Gebäude - Umwelt der Fachhochschule Münster. „Einige bestehende Anlagen werden Probleme bekommen, wenn sie kein Förderungen mehr vom Staat erhalten.“ Um Hilfestellung leisten zu können ruft er alle 230 Betreiber aus dem Münsterland auf sich an seiner detaillierten Untersuchung zu beteiligen. Zusammen mit Danja Leiers, ebenfalls wissenschaftliche Mitarbeiterin der FH Münster, füllt er vor Ort einen zehnseitigen Fragebogen aus um die jeweilige Einrichtung zu bewerten.

Fragen, die Rabens Untersuchung behandelt sind unter anderem:

  • Welche Substrate verarbeitet die Biogasanlage, und wie teuer sind sie in der Anschaffung?
  • Wie sieht es mit der Technik aus, wie viel Volumen fasst beispielweise der Fermenter, wie hoch ist der Eigenenergieverbrauch und wie häufig und intensiv sind Wartungsarbeiten?
  • Welche Leistung an elektrischer Energie erzielen die Anlagen und wie hoch sind die daraus resultierenden Einnahmen?
  • Wie sieht das Wärmekonzept aus?
  • Was passiert mit Restwärme und Gärresten?

Anhand der gesammelten Daten entsteht ein Ranking aller Teilnehmeranlagen, wobei die einzelnen Anlagen anonymisiert werden. Lediglich die jeweiligen Betreiber werden über ihre Platzierung informiert. Bei den erstplatzierten zehn Anlagen erfolgt eine zweite, noch detailliertere Untersuchung mit Emissionsmessungen, Gärrestenanalysen und einer wirtschaftlichen Detailbetrachtung.

Ziel des vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Projektes ist es Erfolgskriterien und –modelle abzuleiten um einen wirtschaftlichen und ressourcenschonenden Betrieb zu ermöglichen. Der Projektzeitraum endet zum Jahresende 2018. Während sich aktuell rund 50 Betriebe an der Untersuchung beteiligt haben wird bis Ende dieses Jahres mit einer Verdopplung der Datensätze gerechnet.

Wer am Projekt teilnehmen möchte, meldet sich bei Daniel Raben telefonisch unter 02551/962020 oder 0176/32378742 oder per Mail an daniel.raben@fhmuenster.de.

Philipp Kronsbein / FH Münster