Leipzig wird Zentrum der Biomasseforschung

Die deutsche Biomasseforschung konzentriert sich ab 2008 auf dem Gelände des Wissenschaftspark in Leipzig. Dabei wird das neue Biomasse-Forschungszentrum eng mit den vorhandenen Instituten UFZ und IE zusammenarbeiten.
Foto: UFZ
Die deutsche Biomasseforschung konzentriert sich ab 2008 auf dem Gelände des Wissenschaftspark in Leipzig. Dabei wird das neue Biomasse-Forschungszentrum eng mit den vorhandenen Instituten UFZ und IE zusammenarbeiten. Foto: UFZ

Bereits 2005 schien es mit der Fürsprache der ehemaligen Verbraucherschutzministerin Renate Künast (Bündnis 90/Die Grünen), als seien schon einmal die Würfel für die sächsische Messestadt gefallen. Doch mit dem Regierungswechsel 2006 stellte der Amtsnachfolger Seehofer erneut die Standortfrage. Neben Leipzig hatten sich Greifswald, Potsdam, Halle und Cottbus beworben. Den Ausschlag für Leipzig gab die Konzentration von Umwelt- und Biomasseforschung in den dort angesiedelten Umweltforschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft (UFZ) und dem Institut für Energetik und Umwelt (IE).

Professor Martin Kaltschmitt, Geschäftsführer des IE, setzt sich an der Seite des Freistaates Sachsen seit fünf Jahren vehement für den DBFZ-Einzug nach Leipzig ein. Sein Institut, das große Forschungskompetenz auf dem Gebiet der Biomassebrennstoffe besitzt, wird mit der neuen Forschungseinrichtung eng zusammen arbeiten. Forschungsthemen des DBFZ werden nach Angaben von UFZ und IE vor allem die Biogasanwendung, deren Nutzung für Kleinanlagen und die Biogaseinspeisung ins Gasnetz sein. Des weiteren soll über die Nutzung von Energiepflanzen und deren Umweltverträglichkeit sowie über die Feinstaubreduzierung von Kleinfeuerungsanlagen geforscht werden.

Auf dem Gelände des Leipziger Wissenschaftsparks, wo UFZ und IE bereits ansässig sind, wird das Biomasse-Forschungszentrum ab dem 1. Januar 2008 als gemeinnützige GmbH seine Arbeit mit 20 Mitarbeitern aufnehmen. Ob vorhandene Gebäude genutzt werden können oder ob neu gebaut werden soll, entscheidet eine neu gebildete Kommission, die das Biomassezentrum aufbauen soll. 80 bis 100 neue Arbeitsplätze für Wissenschaftler aus dem In- und Ausland werden im DBFZ entstehen. Geld erhält das geplante Bundesforschungszentrum von vielen Bundesministerien und vom Bundesland Sachsen.

Für die Gründung stellt allein das Landwirtschaftsministerium zunächst 4 Mio. € zur Verfügung, 2 Mio. € für die Gebäudesanierung kommen aus Sachsen. Das Bundesverkehrsministerium steuert 1 Mio. € /a bei, ebenso das Forschungs- und das Umweltministerium. Auch aus dem mit 50 Mio. € ausgestatteten Förderprogramm »Nachwachsende Rohstoffe« werden Mittel in die neue Forschungseinrichtung fließen. Zudem wird das UFZ sieben der geplanten Arbeitsplätze finanzieren.

Wissenschaftlich wie finanziell werden sich die Nachbarländer Sachsen-Anhalt und Thüringen beteiligen. Trotz der Millionen aus öffentlichen Haushalten wird sich das Biomasse-Forschungszentrum zum großen Teil aus der freien Wirtschaft finanzieren müssen, betonte Minister Seehofer. Ein Schwerpunkt werde deshalb die Drittmitteleinwerbung sein.