German Pellets insolvent

German Pellets ist in einem angespannten Markt sehr schnell gewachsen. Vor allem dank Geld von Kleinanlegern. (Foto: dpa)
German Pellets ist in einem angespannten Markt sehr schnell gewachsen. Vor allem dank Geld von Kleinanlegern. (Foto: dpa)
14.02.2016

Deutschlands größter Produzent von Holzpellets, die Firma German Pellets, ist insolvent. Einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung lehnt das Insolvenzgericht ab und stattdessen eine Insolvenzverwalterin bestellt. Erinnerungen an Prokon werden wach und jetzt ermittelt auch die Staatsanwaltschaft.

Die Insolvenz von German Pellets erinnert gefährlich genau an die Pleite von Prokon oder einige Jahre zuvor Solar Millennium. In beiden Fällen wurde wie auch bei Prokon sehr viel Geld von Kleinanlegern mit hohen Renditeversprechen eingesammelt.

Unter anderem wurden dabei ebenfalls Genussscheine eingesetzt, eine Anlageform, die im Insolvenzfall für Kleinangler besonders riskant ist, da sie üblicherweise erst als letztes aus der Insolvenzmasse bedient werden.

Aufgrund der dominanten Position des Unternehmens am Pelletsmarkt sah sich sogar der Deutsche Energieholz- und Pelltesverband (DEPV) genötigt, Besitzer von Pelletskesseln und Öfen zu beruhigen. Es bestehe keine Gefahr für die Versorgung mit Holzpellets.

Zum einen seien die Lager nach dem milden Winter gut gefüllt und außerdem noch ausreichend Fertigungskapazität in Deutschland vorhanden. Zudem liefere German Pellets einen beachtlichen Anteil seiner Produktion als Industriepellets in internationale Märkte, erklärt der DEPV.

Nach Berichten des Handelsblatts hat zudem die Staatsanwaltschaft Rostock ein Ermittlungsverfahren gegen Geschäftsführer Peter Leibold aufgenommen. Dabei soll es um die Verletzung von Eigentumsrechten gehen.

Wie es nun weitergeht, bleibt bis auf weiteres Unklar, das Insolvenzverfahren wird wohl frühstens im April eröffnet.

Jan Gesthuizen

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