Forschungsprojekt analysiert Optionen für Biogas-Bestandsanlagen bis 2030

 Ein zweijähriges Forschungsprojekt soll Perspektiven für einen Weiterbetrieb von Biogas-Bestandsanlagen aufzeigen. (Foto: BFZ/Biogasanlage der Agrargenossenschaft Bergland Clausnitz eG)
Ein zweijähriges Forschungsprojekt soll Perspektiven für einen Weiterbetrieb von Biogas-Bestandsanlagen aufzeigen. (Foto: BFZ / Biogasanlage der Agrargenossenschaft Bergland Clausnitz eG)
28.03.2017

Ein vom Umweltbundesamt beauftragtes Forschungsvorhaben untersucht Perspektiven von Biogas-Bestandsanlagen in Deutschland: Wie lassen sich Bestandsanlagen ökonomisch und ökologisch sinnvoll weiterbetreiben und können dabei einen Beitrag zur Veränderung des Energiesystems leisten?

Bis zum Jahr 2030 wird eine Vielzahl von Biogasanlagen aus der Förderung des EEG fallen und der Anteil fluktuierender erneuerbarer Energien am Energiesystem gleichzeitig zunehmen. Für Anlagenbetreiber ergibt sich daraus eine Vielzahl neuer Anforderungen.

Im Projektverbund mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Fraunhofer-Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik (IWES) und der Kanzlei Becker Büttner Held Rechtsanwälte Wirtschaftsprüfer Steuerberater (BBH) untersucht das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) "Optionen für Biogas-Bestandsanlagen bis 2030 aus ökonomischer und energiewirtschaftlicher Sicht".

Im Fokus des zweijährigen Verbundprojektes steht die Frage, welche Optionen für einen Weiterbetrieb von Biogasanlagen bis 2030 existieren und welche Perspektiven sich für die jeweiligen Sektoren (Verkehr, Strom, Wärme) entsprechend der Ausbauziele mit erneuerbaren Energien und der nationalen Klimaschutzziele ergeben.

In insgesamt vier Arbeitspaketen werden verschiedene Aspekte zur perspektivischen Weiterentwicklung von Bestandsanlagen erforscht. Dabei werden unter anderem folgende Fragen untersucht: Welche alternativen Anlagenkonzepte sind besonders wertvoll für das sich verändernde Energiesystem? Für welche Bestandsanlagen ist die Umrüstung zu einem dieser Konzepte technisch möglich, ökonomisch tragbar und ökologisch sinnvoll? Welche Hemmnisse bestehen bei der Umsetzung solcher alternativen Anlagenkonzepte?

"Ziel des Vorhabens ist es, gegenüber Betreibern von Bestandsbiogasanlagen zu definieren, welche Maßnahmen für die Umsetzung alternativer Anlagenkonzepte zu ergreifen sind, und politischen Entscheidungsträgern gleichzeitig möglichst konkrete Vorschläge für die notwendigen Anpassungen, unter anderem der rechtlichen Rahmenbedingungen mitzugeben", fasst die Projektleiterin am DBFZ, Jaqueline Daniel-Gromke, die Zielrichtung des Projekts zusammen.

Anfang November 2017 sollen die ausgewählten Anlagenkonzepte und die Bewertungs-Matrix im Rahmen eines Experten-Workshops beim Umweltbundesamt in Dessau vorgestellt und diskutiert werden.

Annika Born / DBFZ