FH Münster erhält 1 Million € für Biogas-Projekt

Dank des neuen Projekts „InnoBio“ kann das Forschungsteam um Prof. Dr. Christof Wetter (l.) auch Laborprojekte in größeren Maßstäben überprüfen. (Foto: FH Münster/Robert Rieger)
Dank des neuen Projekts „InnoBio“ kann das Forschungsteam um Prof. Dr. Christof Wetter (l.) auch Laborprojekte in größeren Maßstäben überprüfen. (Foto: FH Münster/Robert Rieger)
05.03.2018

Im Rahmen des InnoBio-Projekts untersucht ein Forscherteam der FH Münster Prozessoptimierungen von Biogasanlagen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Vorhaben mit rund 850.000 €, das Land NRW steuert knapp 180.000 € bei.

Zwei große Themen packt das neue Projekt an: Zum einen will es den Biogasprozess optimieren, zum anderen Stickstoff aus Gärresten und Gülle gewinnen und zu einem vermarktungsfähigen Düngemittel verarbeiten. „Dafür werden wir in unseren Technikumshallen in Saerbeck auf dem Bioenergiepark unter anderem zwei Biogasversuchsanlagen errichten“, sagt Elmar Brügging, Koordinator des Forschungsteams. Es werden zwei Versuchsstraßen installiert, sodass Veränderungen im Prozess gegenüber dem Standardbetrieb nachweisbar werden. „So können wir unterschiedliche Verfahrensweisen oder einzelne Prozessparameter an der einen Anlage verändern und mit der Standardbetriebsweise vergleichen. Gleiches gilt für Testreihen mit dem Einsatz von Zusatzstoffen wie Enzyme oder Spurenelemente.“

Die Biogasanlagen werden voraussichtlich ein Volumen von einem Kubikmeter haben und ergänzen die bereits vorhandenen kleinen Laborfermenter. Zusätzlich kann das Team Ergebnisse laufender Forschungsprojekte mithilfe der geplanten Anlage in einem größeren Maßstab überprüfen.

Neben der zweistraßigen Versuchsbiogasanlage wird im Rahmen der Förderung auch eine Anlage zur weitergehenden Aufbereitung von Gärresten und Gülle finanziert. Dabei handelt es sich um eine Ammoniak-Strippanlage. Mithilfe dieser Anlage lässt sich aus den flüssigen Gärresten oder der Gülle Stickstoff entfernen und aufkonzentrieren. „Wir haben dafür ein aus der Industrieabwasserreinigung bekanntes Verfahren adaptiert und auf Biogasanlagen transferiert“, berichtet Brügging. Jetzt soll die Anlage wirklich gebaut werden und eine bedarfsgerechte Düngung ermöglichen.

„Wir wollen feststellen, in wieweit wir Stickstoff aus der Gülle entfernen, aufkonzentrieren können und wie wirtschaftlich das ist“, erklärt Christof Wetter vom Fachbereich Energie Gebäude Umwelt in Steinfurt. Das so gewonnene Stickstoffkonzentrat könnte den künstlichen Mineraldünger ablösen und gezielt auf dem Feld eingesetzt werden. „Außerdem wollen wir untersuchen, wie wir eine stabile und homogene Qualität des Konzentrats erreichen können. Denn das Substrat, die Gülle, ist ja immer anders“, ergänzt Brügging.

Die Ausschreibungsvorbereitungen und Planungen haben bereits begonnen. Ende des Jahres möchte das Team die Anlagen im Bioenergiepark gebaut haben. „InnoBio“ läuft bis Ende 2019.

FH Münster / Funke