Effizienz und Substrate von Biogasanlagen besser bewerten

18.01.2016

In einem aktuellen Forschungsprojekt erarbeitet das Deutsche Biomasseforschungszentrum (DBFZ) Methoden zur einheitlichen Substrat- und Effizienzbewertung von Biogasanlagen. Das Ziel ist es, die bislang unterschiedlichen Verfahren in der Praxis zu beurteilen und eine aussagekräftige Methode zur Substrat- und Prozessbewertung zu entwickeln.

Vor dem Hintergrund der aktuellen Energiepolitik steigen die Anforderungen an eine präzise Optimierung und Bilanzierung der Biogasgewinnung. Um die Qualität von Substraten und die Effizienz in der verfahrenstechnischen Umsetzung zu bewerten, existieren bislang vielfältige Verfahren. Eine Vergleichbarkeit auf Basis der Trockensubstanz, Futtermittel-, Elementar- oder Brennwertanalyse sowie der gebräuchlichen Richtwerte ist dabei nicht gegeben. Für Anlagenbetreiber oder Finanzdienstleister ist es daher schwierig, den aktuellen Substrateinsatz und Prozesszustand oder das jeweilige Investitionsrisiko (Repowering) realistisch zu bewerten.

Das vom DBFZ geleitete Forschungsvorhaben „Bewertung von Substraten hinsichtlich des Gasertrags – vom Labor zur großtechnischen Anlage“ möchte hier Abhilfe schaffen. In dem Projekt sollen die relevanten Methoden für eine einheitliche und aussagekräftige Substrat- und Effizienzbewertung systematisch untersucht und bilanziert werden. In Zusammenarbeit mit dem Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) werden sie mit den Messwerten von Labor- und Praxisanlagen verglichen. Dies beinhaltet sowohl den Vergleich der unterschiedlichen Analyseverfahren und stöchiometrischen Berechnungswege zur Bestimmung des Biogasbildungspotentials einzelner Substrate als auch die Bilanzierung im stationären Anlagenbetrieb. Anhand der verfahrensspezifischen Fehler bzw. Unsicherheiten lässt sich dann für den jeweiligen Anwendungsfall die zurzeit bestmögliche Berechnungsvariante für die Substrat- bzw. Prozessbewertung bestimmen.

„Unser Ziel ist es, die unterschiedlichen Verfahren in ihrer Aussagekraft und Praxistauglichkeit zu beurteilen und hinsichtlich einer einheitlichen und präzisen Methode zur Substrat- und Prozessbewertung weiterzuentwickeln. Durch die vergleichenden Analysen im Labor-, Technikums- und Praxismaßstab lassen sich die unterschiedlichen Bewertungsverfahren dabei auch hinsichtlich ihrer Skalierbarkeit evaluieren“, so der Projektleiter Sören Weinrich vom DBFZ in Leipzig.

Die Projektergebnisse sollen ab Ende September 2018 sowohl in einem praxisnahen Leitfaden als auch in einer benutzerfreundlichen Webanwendung zur Substrat- und Effizienzbewertung von Biogasanlagen veröffentlicht werden.

Funke/DBFZ

 

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