Biogasanlage in Bergheim-Paffendorf speist Gas ins öffentliche Netz ein

Die Biogasanlage im nordrhein-westfälischen Bergheim-Paffendorf hat zum ersten Mal Biogas ins öffentliche Netz eingespeist. (Foto: RWE International SE)
Die Biogasanlage im nordrhein-westfälischen Bergheim-Paffendorf hat zum ersten Mal Biogas ins öffentliche Netz eingespeist. (Foto: RWE International SE)
19.04.2016

Die Biogaserzeugung in der Anlage Bergheim-Paffendorf ist angelaufen und das erste auf Erdgasqualität aufbereitete Biogas wurde ins Netz der Thyssengas eingespeist.

Im Fermenter der neuen Biogasanlage im nordrhein-westfälischen Bergheim-Paffendorf wurden in der Anfangsphase rund 50 Tonnen Pflanzen pro Tag zersetzt. Den Mix aus Rohstoffen liefern zum Großteil die regionalen Landwirte. Vorgesehen ist die Nutzung von Mais-, Ganzpflanzen- und Grassilage sowie von Zuckerrüben, Luzerne und Wirtschaftsdünger, aber auch die Erprobung von neuen Energiepflanzen wie Silphie und Wildblumen. Teile der Rohstoffe können aus dem Umfeld der RWE-Tagebaue gewonnen werden. RWE hat dafür auf zwei Rekultivierungsflächen im Tagebau Garzweiler 160.000 Silphie-Jungpflanzen gesetzt. Insgesamt werden jährlich rund 55.000 Tonnen an nachwachsenden Rohstoffen benötigt.

Den Abtransport des erzeugten Biomethans übernimmt die Thyssengas GmbH. Der Fernleitungsnetzbetreiber bestätigt in Analysen und Messungen die Erdgasqualität des in Bergheim-Pfaffendorf produzierten Biomethans und leitet es über sein Transportnetz an die nachgelagerten Verteilnetze weiter. Dazu erhöht die Thyssengas den Leitungsdruck von fünf auf 25 Bar. Das erzeugte Biomethan steht auf diesem Weg für die Versorgung von rund 3.300 Haushalten in der Region mit Strom oder Wärme zur Verfügung.

Im Sommer soll die Biogasanlage in den Regelbetrieb gehen. Dann wird sie mit einer installierten thermischen Leistung von 7,4 MW stündlich rund 700 m³ aufbereitetes Biogas in das Erdgasnetz der Thyssengas einspeisen.

„Im Januar haben wir die Fermenter erstmalig mit nachwachsenden Rohstoffen befüllt und anschließend die ‚Biologie‘ entwickelt. Das ist ein hoch komplexer und zeitintensiver Prozess. Das durch die Mikroorganismen erzeugte Biogas muss von Menge und Qualität her ausreichen, um auf Erdgasniveau veredelt und anschließend ins Gasnetz eingespeist zu werden. Wir sind sehr stolz, dass uns gemeinsam mit unserem Generalunternehmer, der Kary-Planaqua GmbH aus Bremen, die erste Einspeisung bereits nach wenigen Monaten gelungen ist“, erklärt Projektleiter Oliver Bauer von RWE International SE.

Funke/RWE International SE