800-Kilowatt-Biogasanlage in Kolumbien

Eine Weltec-Biogasanlage für den südamerikanische Eierproduzent Incubadora Santander soll ab Anfang 2017 Strom und Prozesswärme liefern. (Foto: WELTEC BIOPOWER
Eine Weltec-Biogasanlage für den südamerikanische Eierproduzent Incubadora Santander soll ab Anfang 2017 Strom und Prozesswärme liefern. (Foto: WELTEC BIOPOWER)
24.08.2016

Weltec Biopower aus dem niedersächsischen Vechta baut eine Biogasanlage für den größten Eierproduzenten Kolumbiens. Bereits Anfang 2017 soll die 800-kW-Anlage ans Stromnetz gehen.

Der südamerikanische Eierproduzent Incubadora Santander, der täglich rund 3,5 Millionen Eier erzeugt, investiert in die deutsche Anlagen-Technologie. Seitdem die kolumbianische Regierung den Plan gefasst hat, den Anteil der erneuerbaren Energien im Stromnetz bis 2020 auf 6,5 % zu erhöhen, entdeckt speziell die Agrarindustrie ihr großes Biomassepotenzial. Doch bislang wurde nur wenig davon in grüne Energie umgewandelt. Die neuen Rahmenbedingungen haben jetzt auch den Eierproduzenten Incubadora Santander veranlasst, auf Energieerzeugung mittels Biomasse zu setzen.

Der Betrieb, der nahe der westkolumbianischen Provinz Cauca mehrere Geflügelfarmen betreibt, vermarktet seine Eier unter dem Markennamen Kikes in 14 Städten in Kolumbien. Auf den Farmen fällt ein großes Volumen an Hühnertrockenkot und Brauchwasser an, mit dem sich die 800-kW-Biogasanlage von Weltec Biopower ohne den Zukauf weiterer Substrate betreiben lässt.

Die Substrate werden in einem Sedimentationsbecken vorbehandelt. Dort setzt sich der Kot von Sand und Kalk ab und wird über das 1.076 m³ große Vorlager in den 4.903 m³ fassenden Fermenter gepumpt. Durch die Kofermentation erreicht der Gärrest einen hohen Düngewert, sodass er als Gülle effizient in den landwirtschaftlichen Stoffkreislauf des Betriebs zurückgeführt und für den eigenen Ackerbau verwendet werden kann.

Die Module der neuen Biogasanlage, wie das betriebsbereite BHKW, die vorinstallierte Pump- und Steuerungstechnik sowie die Edelstahlplatten für den Behälterbau, werden in Seecontainern von Deutschland über den Panamakanal an den Anlagenstandort gebracht. Auch aus Gründen der Hygiene bevorzugt Weltec Biopower Edelstahl für den Bau der Vorlager- und Gärbehälter. Neben der hohen Qualität und dem flexiblen Substrateintrag liegt ein weiterer Vorteil des Werkstoffs in der kompakten Lieferung und der schnellen Montage.

Silke Funke / WELTEC BIOPOWER